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Markus Bertan

Überschuldung Praxisfall Maschinenbau | Markus Bertan

Überschuldung: Praxisfall Maschinenbau: 1.230.000 € Verbindlichkeiten, 14 Wochen (Was ich in ähnlichen Fällen sehe). Betriebswirtschaftliche Struktur –…

Branche: Maschinenbau (anonymisiert) · Rechtsform: GmbH · Mitarbeiter: 28 · Umsatz: ca. 2.952.000 € · Verbindlichkeiten: 1.230.000 €

Der Auslöser

Der eine Gesellschafter wollte sofort raus, der andere erst nach Rückzahlung eines Gesellschafterdarlehens. Die Prokuristin meldete sich, weil der GF im Krankenhaus lag – plötzlich fehlte die Unterschrift für alles.

28 Köpfe, 2.952.000 € Umsatz, 1.230.000 € Verbindlichkeiten – die Maschinenbau-GmbH wirkte von außen noch intakt. Innen: kein Wochenplan, Debitoren bei 182.000 € über 90 Tage.

Der Ablauf – 14 Wochen

Mitte des Monats standen wir vor der Frage: weiterkämpfen, verkaufen oder Antrag – alles drei war nicht drin. Überschuldung ist kein Schlagwort, sondern eine Bilanzfrage mit Fortführungsprognose.

In Woche 1 bis 3 haben wir einen Wochenplan in drei Szenarien gebaut und eine Gläubigermatrix erstellt – sechs Gläubiger machten 70 % der Verbindlichkeiten aus. Steuerberater und Insolvenzkanzlei ordneten die Insolvenzreife parallel ein.

Ab Woche 4: strukturierter Zahlungsstopp, zwei Stundungsgespräche, Ratenplan über 467.400 €. Wöchentlicher Abgleich – kurz, schriftlich, ohne Theater.

Viele GFs verwechseln „viel Schulden“ mit Überschuldung im Sinne des § 19 InsO.

Was am Ende stand

Am Ende: Überschuldung als Option, nicht als Wunsch. Dokumentation sauber, Bank informiert, kein Insolvenzantrag nötig – vorerst.

Was andere in ähnlichen Fällen falsch machen

Drei Fehler, die ich in vergleichbaren Mandaten immer wieder sehe:

  • Weiterzahlungen an Lieferanten, die nicht existenzsichernd sind
  • Zahlungen an verbundene Personen ohne Beschluss
  • Verkaufsgespräche mit dem ersten Interessenten ohne Due Diligence

Was GF und Gesellschafter riskieren

§ 15a und § 15b InsO, § 43 GmbHG, offene Sozialabgaben – konkrete Prüfpunkte, keine Schlagworte. Wer unsicher ist: Insolvenzantragspflicht prüfen.

Fall fiktiv und anonymisiert – keine Rückschlüsse auf reale Mandanten. Keine Rechtsberatung.

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Wer die Zahlen schickt, bekommt von mir eine erste Richtung – meist am nächsten Werktag.

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Markus Bertan berät wirtschaftlich. Für Rechtsverbindlichkeit arbeiten wir mit Kanzleien zusammen – bewusst getrennt.