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Markus Bertan

Unternehmenskrise Praxisfall Medizintechnik | Markus Bertan

Unternehmenskrise: Praxisfall Medizintechnik: 1.330.000 € Verbindlichkeiten, 20 Wochen (Erfahrung aus der Mandatspraxis). Betriebswirtschaftliche Struktur –…

Branche: Medizintechnik (anonymisiert) · Rechtsform: GmbH · Mitarbeiter: 36 · Umsatz: ca. 2.926.000 € · Verbindlichkeiten: 1.330.000 €

Kernproblem

Ein stiller Gesellschafter drohte mit Rücktritt vom Darlehen, wenn nicht innerhalb von 14 Tagen gehandelt wird. Die Prokuristin meldete sich, weil der GF im Krankenhaus lag – plötzlich fehlte die Unterschrift für alles.

36 Köpfe, 2.926.000 € Umsatz, 1.330.000 € Verbindlichkeiten – die Medizintechnik-GmbH wirkte von außen noch intakt. Innen: kein 13-Wochen-Plan, Debitoren bei 170.000 € über 90 Tage.

20 Wochen im Überblick

In den ersten Tagen ging es nur um Klarheit: Was ist fällig, was ist verhandelbar, was ist Illusion. Bank und Finanzamt lesen Zahlen – nicht Stimmung. Deshalb zuerst Daten, dann Gespräche.

In Woche 1 bis 3 haben wir einen 13-Wochen-Plan in drei Szenarien gebaut und eine Gläubigermatrix erstellt – sechs Gläubiger machten 70 % der Verbindlichkeiten aus. Steuerberater und Insolvenzkanzlei ordneten die Insolvenzreife parallel ein.

Ab Woche 4: strukturierter Zahlungsstopp, zwei Stundungsgespräche, Ratenplan über 505.400 €. Wöchentlicher Abgleich – kurz, schriftlich, ohne Theater.

Bei krise geht es in der Praxis selten um Theorie – sondern um Timing und Protokolle.

Ausgang

Am Ende: Unternehmenskrise als Option, nicht als Wunsch. Dokumentation sauber, Bank informiert, kein Insolvenzantrag nötig – vorerst.

Was ich anders machen würde

Drei Fehler, die ich in vergleichbaren Mandaten immer wieder sehe:

  • Weiterzahlungen an Lieferanten, die nicht existenzsichernd sind
  • Zahlungen an verbundene Personen ohne Beschluss
  • Verkaufsgespräche mit dem ersten Interessenten ohne Due Diligence

Was GF und Gesellschafter riskieren

§ 15a und § 15b InsO, § 43 GmbHG, offene Sozialabgaben – konkrete Prüfpunkte, keine Schlagworte. Wer unsicher ist: Insolvenzantragspflicht prüfen.

Fall fiktiv und anonymisiert – keine Rückschlüsse auf reale Mandanten. Keine Rechtsberatung.

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Wer die Zahlen schickt, bekommt von mir eine erste Richtung – meist am nächsten Werktag.

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