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Markus Bertan

Due Diligence Praxisfall Elektrotechnik | Markus Bertan

Schritte, Risiken, Timing – Praxisfall Elektrotechnik: 555.000 € Verbindlichkeiten, 21 Wochen, Thema Due Diligence. Wirtschaftliche Beratung, Recht über…

Branche: Elektrotechnik (anonymisiert) · Rechtsform: GmbH · Mitarbeiter: 69 · Umsatz: ca. 1.387.500 € · Verbindlichkeiten: 555.000 €

So begann der Fall

Ein Erwerber aus dem Netzwerk war im Gespräch, aber ohne Zahlenbasis – typischer Auslöser für meinen Einstieg. Zwei Brüder führten die GmbH; einer blockierte jeden Notartermin mit dem Hinweis auf fehlende Bewertung.

Die Elektrotechnik-GmbH hatte 69 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von rund 1.387.500 € – auf dem Papier noch präsentabel. Unter der Oberfläche: negative Wochenliquidität ab Woche drei, 153.000 € Debitoren älter als 90 Tage und kein Beschluss zu das Thema.

Chronologie (21 Wochen)

Gegen Ende des ersten Monats hatte der GF ein Protokoll, das er auch seinem Steuerberater nicht schämte. Bei due diligence geht es in der Praxis selten um Theorie – sondern um Timing und Protokolle.

Woche eins: SuSa, Bank, Gläubigerliste. Woche zwei: 13-Wochen-Liquiditätsplan und Matrix – 71 % der Schulden bei sechs Namen. Woche drei: Stundungsgespräche, Raten über 216.450 €.

Ab Woche 5 lag der Fokus auf Erwerberliste und Notarvorbereitung. Der GF führte das Protokoll selbst – das war sein Wunsch.

Ich dokumentiere jeden Schritt so, dass ein späterer Gutachter die Logik nachvollziehen kann.

Ergebnis

Nach 21 Wochen lag ein handfester Pfad zu Due Diligence vor – ohne Aktionismus. Insolvenzantrag war nicht nötig; die Pflicht zur erneuten Prüfung stand im Kalender. Beschlüsse und Zahlungsprotokolle waren vollständig.

Typische Fehler in vergleichbaren Mandaten

Typische Umwege: Ein Erwerber ohne NDA und ohne Referenzprüfung. Weiterzahlungen an Lieferanten, die nicht existenzsichernd sind. Zahlungen an verbundene Personen ohne Beschluss.

Rechtliche Eckpunkte

§ 15a und § 15b InsO, § 43 GmbHG, offene Sozialabgaben – konkrete Prüfpunkte, keine Schlagworte. Wer unsicher ist: Insolvenzantragspflicht prüfen.

Fall fiktiv und anonymisiert – keine Rückschlüsse auf reale Mandanten. Keine Rechtsberatung.

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